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    Insider: Betriebsfunk sorgt für Sicherheit

    Johann Miller, Sachgebietsleiter bei LEW TelNet

    Insider: Betriebsfunk sorgt für Sicherheit
    Insider: Betriebsfunk sorgt für Sicherheit

    Smartphones, mobile Daten, 5G: Wir leben im Zeitalter des Mobilfunks. Das Internet ist überall und zu jeder Zeit verfügbar, und dank immer leistungsfähigerer Standards können auch immer größere Datenmengen mobil versendet oder abgerufen werden. Dennoch findet auch eine Technik wie der Betriebsfunk weiterhin ihre Nische – und nimmt in ihrer Bedeutung sogar noch zu. Und: Weil LEW TelNet bei diesem Thema in der Region führend ist, betreuen die Experten auch weitere Kunden und deren Betriebsfunknetze.

     

    „Betriebsfunk hat einen entscheidenden Vorteil: Er funktioniert auch, wenn der Strom ausfällt“, erklärt Johann Miller. „Das ist gerade für Versorgungsunternehmen wie die LEW bedeutend.“ Der 61-Jährige muss es wissen: Er ist als Sachgebietsleiter zuständig für den Betriebsfunk bei LEW TelNet.

    Funkstationen funktionieren auch bei Stromausfall

    Das Funknetz versorgt durch mehrere Stationen das LEW-Versorgungsgebiet und Kunden in der Region. Alle Stationen sind schwarzfallfest. Das bedeutet: Sie funktionieren auch, wenn – beispielsweise durch ein Unwetter oder durch Bäume, die auf Stromleitungen stürzen – ein ganzes Gebiet von einer Sekunde auf die andere ohne Strom ist. Und ermöglichen es damit, dass diejenigen Menschen miteinander kommunizieren, die daran arbeiten, den Stromausfall so schnell wie möglich zu beheben. „Als Versorger haben wir die gesetzliche Auflage, ein solches Notfall- und Krisenkommunikationssystem bereitzuhalten. Denn alle anderen Kommunikationswege fallen in einem solchen Moment weg“, weiß Miller. Handynetze wie auch Festnetztelefone benötigen ein funktionierendes Stromnetz, Satellitentelefone können in Gebäuden und geschlossenen Räumen nicht verwendet werden.

     

    Die Betriebsfunkstationen verfügen über eine Notstromversorgung durch Aggregate oder Batterieanlagen. Mindestens 48 Stunden lang arbeiten sie auch ohne Stromzufuhr von außen – und tragen damit erheblich dazu bei, das Stromnetz bei Ausfällen schnell und effizient wieder aufzubauen. In seiner 36-jährigen Berufslaufbahn in der LEW-Gruppe hat Miller schon viele massive Störungen erlebt – verursacht beispielsweise durch Stürme oder andere Netzausfälle. „Die Kunden sind dann immer sehr froh, dass sie im Störungsfall ein funktionierendes Kommunikationsnetz haben, und bedanken sich ausdrücklich bei uns, wenn die Störung mit Hilfe des Funknetzes behoben ist“, berichtet er.  

    Von analog zu digital

    Seine Ausbildung mit anschließender Meisterprüfung hat Miller in einem Beruf absolviert, den es heute gar nicht mehr gibt: Radio- und Fernsehtechniker. Im Jahr 1983 wechselte er zu LEW und übernahm dort die Betreuung des Betriebsfunks – damals noch ein einfaches analoges Netz. Vieles hat sich seitdem verändert. So ging der Bereich 1998 von der LEW über an die neu gegründete LEW TelNet.

     

    Der wohl größte Schritt aber war im Jahr 2010 die Entscheidung, die analoge durch digitale Technik zu ersetzen. „Die Anforderungen an den Betriebsfunk sind deutlich gestiegen. Der digitale Funk ist effizienter, da auf einer Frequenz auch mehrere Gespräche stattfinden können. Die Sprachqualität hat sich durch die Umstellung verbessert, und wir können nun auch Daten übertragen“, erläutert Johann Miller. Die Kommunikation erfolgt seit der Umstellung verschlüsselt. Zudem trägt der Funk auch zur Regelung des Stromnetzes bei: So werden darüber zum Beispiel 7.200 EEG-Einspeiser oder Lastmastschalter gesteuert.

     

    Ein weiterer wichtiger Pluspunkt des Digitalfunks: Er erlaubt Gruppengespräche. Anders als bei einem Telefonat müssen die Teilnehmer hier nicht einzeln angewählt werden, und niemand muss das Gespräch annehmen. „Das funktioniert eher wie eine Durchsage an alle“, so Miller. Relevant ist das insbesondere im Hinblick auf die Arbeitssicherheit – im Ernstfall sind dann alle zeitgleich informiert und können kurzfristig reagieren oder sich in Sicherheit bringen. Auch öffentliche Fest- und Handynetze können vom Betriebsfunknetz aus jederzeit erreicht werden.

    Kontakt zu Kunden ist wichtig

    Im Laufe der Jahre kam für Miller und sein Team noch ein zweiter Tätigkeitsbereich dazu: die Betreuung der Mobiltelefone für die Mitarbeiter: „Angefangen hat es mit den ersten Autotelefonen – bis hin zur heutigen Zeit, in der viele Mitarbeiter ein Smartphone haben“, sagt Miller. Smartphones tragen zur Digitalisierung bei – durch mittlerweile alltägliche Funktionen wie E-Mails, Kalenderdaten, Apps oder Dokumente, die direkt auf dem Smartphone gelesen und bearbeitet werden. Gerade diese Abwechslung und die vielfältigen Themen schätzt Miller an seinem Beruf. Dieser enthält viel Organisatorisches, Planungen und Steuerungstätigkeiten, lässt ihm aber gleichzeitig den Freiraum, auch selbst draußen auf einen Funkmast zu steigen und diesen bzw. die Antennen zu prüfen und zu kontrollieren.

     

    Dazu kommt ein weiterer Bereich, der Miller sehr wichtig ist: der Kontakt zu Kunden. Denn in Deutschland gibt es nur sehr wenige Anbieter für eine solche Notfallkommunikation. LEW ist den meisten Wettbewerbern hier einen Schritt voraus. Zahlreiche benachbarte Versorgungsunternehmen und Stadtwerke lassen daher ihren Betriebsfunk durch LEW TelNet betreuen. Ihre Anlagen kaufen sie zwar direkt beim Hersteller, aber schon bei der Inbetriebnahme kommen die Experten aus Neusäß hinzu. Auch die gemeinsam genutzte Steuerzentrale wird von LEW TelNet zur Verfügung gestellt. „Die Kunden vertrauen auf unser Knowhow und unsere Erfahrung beim Thema Betriebsfunk. Wir arbeiten da sehr eng und partnerschaftlich zusammen“, sagt Johann Miller.

    Netz weiter ausbauen

    Damit im Ernstfall alles funktioniert, finden regelmäßig Krisen- und Notfallübungen statt. Teilweise auch in Zusammenarbeit mit externen Institutionen und Behörden – denn LEW TelNet nutzt dieselbe Technik wie die Polizei oder andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie weitere europäische Länder und erfüllt damit die Vorgaben einer Notfall- und Krisenkommunikation.

     

    Auch in Zukunft soll durch Betriebsfunk – vor allem bei der Sprach-, aber auch bei der Datenübertragung – die Versorgung sichergestellt und noch weiter optimiert werden. Ziel ist es, das Netz weiter auszubauen und damit den Strombetrieb und die Störungsbeseitigung noch besser zu unterstützen. Der digitale Betriebsfunk wird auch künftig für die Sprachkommunikation eine wichtige Rolle spielen. Und für die Datenübertragung könnten LTE- und 5G-Netze neue Möglichkeiten bieten.

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